Best of : Jazz-CDs

So, die Abende und Nächte werden länger – da kann man sich doch auch mal wieder vor sein CD-Regal setzen und die eine oder andere Jazz-Perle suchen und finden.

Meine höchst subjektive und sicherlich alles andere als vollständige Empfehlungs-Liste sieht folgendermaßen aus:

Zu allererst natürlich vielleicht „die“ Jazz-CD schlechthin – Kind of Blue von Miles Davis.

Und das nicht nur, weil das so in jedem Jazz-CD-Führer steht, sondern weil das ganz einfach ne superschöne, coole und immer und immer wieder hörenswerte CD ist – was bei der Besetzung der Band aber nicht wirklich überrascht. Wer ein wenig mehr über die Entstehung dieses Kunstwerks wissen möchte, dem sei das sehr lesenswerte Buch Kind of Blue – die Entstehung eines Meisterwerkes zu empfehlen.

Und es ist wahr: Diese CD kann man wirklich in allen Lebenslagen hören!

Und wenn wir schon bei Miles Davis sind, dann bleiben wir doch einfach noch ein bisschen. Auch sehr empfehlenswert ist Ascenseur Pout l’Echafaud, die Filmmusik zum gleichnamigen Film. Wie so oft bei seinen Aufnahmen hat Miles auch diese mit mehr oder weniger einem „Take“ aufgenommen – um den Musikern keine Ausreden zu erlauben und damit jeder alles gibt.

Die CD ist einer meiner Lieblings-CDs, wenn man(n) spät abends heimkommt und noch ein wenig „runterkommen“ will. Wenn dann Miles durch die dunkle Wohnung klingt, passiert das dann ganz von alleine.

Wer Miles mal live hören will, dem sei The complete concert 1964 empfohlen – ist einfach nur schön und da bin ich immer richtig traurig, daß ich ihn nicht wirklich „live on stage“ erleben durfte.

In die oben erwähnte „spätabends und runterkommen“ Rubrik gehört für mich auf jeden Fall auch A love supreme von John Coltrane.

Fast schon hypnotisch finde ich, und wenn er dann noch „A love supreme“ ins Mikrophon haucht, wird einem ganz warm ums Herz. Sehr zu empfehlen!

Meine Vorliebe für Trompeter kann ich nun nicht verheimlichen, daher gehört auf jeden Fall auch Best of Donald Byrd von eben Donald Byrd dazu.

Desweiteren auf jeden Fall die richtig coole  Rewind That von Christian Scott (und der Kerl ist doch noch so jung, wo soll das noch enden mit ihm!).

Auch etwas moderner Bending new corners von Eric Truffaz (auch wenn der das letzte Mal beim Enjoy-Jazz zum Einschlafen langweilig im Karlstorbahnhof auf der Bühne stand).

Und einen echten „Lokalhelden“ möchte ich natürlich auch nicht vergessen – Kitchen Music vom Thomas Siffling Trio ist  allererste Sahne oder passend zum Titel der CD ein echtes Festmahl nicht nur für Jazz-Liebhaber sondern für alle, die einfach die perfekte Hintergrundmusik für Gespräche, Feiern und Essen in der Küche (und nicht nur dort) suchen. Thomas Siffling und auch Markus Faller haben schon desöfteren in Darmsheim zusammen mit uns gespielt – welch Ehre.

Wer es gerne ein wenig lauter und wilder hat und am liebsten mit mindestens 20 MusikernInnen auf der Bühne – dem sei  Some Skunk Funk von der WDR Big Band zusammen mit den Brecker Brothers empfohlen. Das rockt! Und der Andy Haderer an der ersten Trompete ist einfach ein Trompeten-Gott (und hat auch schon mit uns in Darmsheim gespielt).

Eine wunderbare und ganz aktuelle Big Band CD ist Emergence von der Roy Hargrove Big Band – toll was man aus einer Big Band bzw. Jazz Orchestra rausholen kann. Leider ist so eine Literatur für uns in Darmsheim wohl zu schwer – aber anhören kann man es trotzdem mit großen Vergnügen.

Nicht zuletzt weil ich vor kurzem noch selbst in Las Vegas war, möchte ich Frank Sinatra in the Sands auf keinen Fall unerwähnt lassen. Zusammen mit der Count Basie Big Band swingt und groovt das Ganze „wie Sau“ und die Versionen von All of me oder Fly me to the moon sind einfach die für alle Zeiten besten Interpretationen, die ich mir vorstellen kann. Ein Muß!

Nicht weniger knackig ist  Ray sings, Basie swings mit Ray Charles und wieder der Count Basie Big Band.

Das interessante ist die Enstehungsgeschichte: irgendwann wurden Aufnahmen von einem Konzert mit Ray Charles und der Count Basie Big Band entdeckt – leider war nur Ray´s Stimme gut zu hören, die gesamte Band war quasie nur sehr leise im Hintergrund zu hören.

Mit viel Fleiß und technischer Finesse hat man aber die Bandstimmen neu eingespielt (basierend auf den Orginal-Arrangments und mit etlichen Musikern der Count Basie Big Band) und mit Ray´s Stimme abgemischt. Das Ergebnis ist einfach nur grandios und verteibt jeglichen Anflug von schlechter Laune!

Die hat auch bei lee-way von Lee Morgan keine Chance – vor allem These are the days ist ein wunderbarer Titel, an dem ich mich nicht satthören kann.

Und damit ich nicht nur von Trompetern schwärme, empfehle ich auch unbedingt Speak no evil von Wayne Shorter.

Und für die nächste Party ist House Party von Jimmy Smith sicherlich ne echte Alternative für gepflegtes Loungen auf dem Sofa oder wohl doch wieder in der Küche.

Und einen möchte ich hier natürlich auf keinen Fall vergessen: Canonball Adderly mit seinem Jazzsoul und den so typischen Ansprachen vor den Titeln. Unbedingt „live“ zu hören zum Beispiel in New York .

Zu guter Letzt doch wieder 2 Trompeter – allerdings eher der ruhigeren Art. Zum einen natürlich Chet Baker und da mag ich besonders die Aufnahmen von seinem letzten Konzert My favourite songs – the last great concert. Ist was für ruhige Momente und einfach nur schön.

Genauso wie Ach van Rooyen mit seinem Flügelhorn – und auf Colores zusammen mit dem Metropole Orchestra fließen seine Soli besonders schön – und The touch of your lips hab ich in der Tat auch schon gespielt – vor ein paar Jahren und mit mehr Haaren auf dem Kopf.

Also: Weihachten steht vor der Tür – das sind alles wunderbare Jazz-Geschenke für unter den Weihnachtsbaum !!!

Viel Spass beim Hören – und wer sich erstmal selbst „ein Bild machen“ will bevor er zuschlägt – einfach vorbeikommen, dann werf ich den Kamin an und wir hören uns durch diese kleine Liste 😉