STB Big Band featuring Kai Podack

Gelungener Einstand unterm Dach der SMTT

Die STB Bigband spielte am Samstag bei „Odeon Jazz“ in der Sindelfinger Musikschule – Prominenter Gast war der Jazzsänger Kai Podack. Es war ein gelungener Einstand, mit dem sich die STB Bigband am Samstagabend unter dem Dach der SMTT präsentierte. Rund zwei Stunden unterhielt sie die etwa 200 Gäste mit Jazz-Klassikern und neuem Swing-Material, unterstützt vom musikalischen Gaststar Kai Podack.

 Von Steffen Chris Volkmer

SINDELFINGEN. Nach 20 Jahren als Teil des Musikvereins Darmsheim hatte die Swingund Jazz-Combo zum 1. Januar 2012 ihre neue Heimat in der Sindelfinger Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) gefunden und fühlte sich dort sofort heimisch – besonders im Odeon-Saal, der der Bigband seither als Übungsraum dient und in dem am Samstag auch das Konzert stattfand.

„Es ist schon ein ganz besonderer Luxus, wenn man die Räumlichkeiten, die man zur regelmäßigen Probe besucht, auch als Konzertsaal nutzen kann“, erklärt Thomas Moroff, der Bassist der STB Bigband, und meint weiter: „Auch die Logistik hier ist schon toll, man hat einfach alles da, was man braucht.“

Und das sind nicht die einzigen Vorteile, die die Band in ihrem neuen Domizil genießt. Die SMTT unterstützt die Jazzer und bietet ihnen einen optimalen Rahmen, um zum Beispiel Workshops durchzuführen. Im Rahmen eines solchen Workshops kam die Band auch mit Kai Podack zusammen. Der Wahl-Kölner, der seine Fans mit Swing mit deutschen Texten begeistert, erarbeitete dabei mit der Band das Programm für den ersten „Odeon Jazz“-Abend. Etwas Besonderes sollte es zum ersten Konzert der STB Bigband in der SMTT ja schon sein, auch um „Odeon Jazz“ gleich einen guten Start als Veranstaltungsreihe zu geben, bei der künftig die gesamte Bandbreite des Jazz ihr Publikum finden soll. Das Vorhaben glückte: Der Bigband-Abend in zwei Teilen mit internationalen Swing-Klassikern zu Beginn und Kai Podacks neuen deutschsprachigen Liedern und Kompositionen kam beim Publikum bestens an.

Eröffnet wurde die Show mit der Titelmelodie aus „Die Straßen von San Francisco“, gefolgt von der Musical-Komposition „On the sunny side of the street“. Bei „You’d be so nice to come home to“, „Honeysuckle rose“ und dem Aretha-Franklin-Klassiker „Dr. Feelgood” trat Sängerin Pearl Bretter ans Mikrofon und begeisterte das Publikum mit ihrer grandiosen Soulstimme. Kai Podack ließ sein Gesangskönnen erstmals bei „Straighten up and fly right“ erklingen – einem witzigen Unsinns-Song von Nat King Cole, den auch Robbie Williams schon für sein Swing-Album interpretierte – und bewies damit gleich, dass der den Swing nicht nur auf Deutsch grandios interpretieren kann. Der letzte Song des ersten Teils des Abends, „Love for sale“, wurde dann wieder ohne Sänger gespielt, „weil er unanständig ist“, wie Bandleader Django Hödl das Publikum in einer seiner launig-heiteren Überleitungen wissen ließ.

Nach der Pause stand der Abend dann ganz im Zeichen von Kai Podack. Nach dem instrumentalen Heißmacher „Brasil“, mitdem das Publikum zurückbegrüßt wurde, übernahm er die Führung der STB Bigband, während Django Hödl zur Zugposaune griff und die Band als Solist verstärkte. Das erste musikalische Statement des Gastes: „Swing ist mein Ding“. Mit dem Titelsong seiner CD verströmte Kai Podack ansteckende gute Laune und das Gefühl beswingter Happiness. Auch mit seinen folgenden Eigenkompositionen „Das Leben ist ein Spiel“, „Egal ob in New York“, „Ich tanze Salsa mit ihr“ und „Weltenbummler“ versprühte der Mann aus Calw, der in Mannheim Musik und Gesang studiert hat, authentisch Lebensfreude.

„Almost like being in love“, im Jahr 1947 von Alan Jay Lerner komponiert und nun von Pearl Bretter und Kai Podack im Duett gesungen, beendete den offiziellen Teil des Konzerts. Begeistert applaudierend, forderte das Publikum natürlich nach Zugaben und bekam zunächst vom Kölner Gast „Frauen regier’n die Welt“ präsentiert. Eines jeder Lieder, mit denen Roger Cicero in den letzten Jahren Swing mit deutschen Texten einem breiteren Publikum nahe gebracht hat. Dann interpretierte Pearl Bretter Cole Porters „Easy to love“ und schließlich forderte Kai Podack mit der Wiederholung von „Ich tanze Salsa mit ihr“ die Anwesenden auf, zum Abschluss des Abends das Tanzbein zu schwingen. Und auch wenn dem nur wenige Fans folgten, kam doch noch einmal richtig Bewegung in die Ränge, bevor der Abend im Applaus des begeisterten Publikums endete. Ein rundum gelungener Einstand also, der Lust auf mehr „Odeon Jazz“ und mehr STB Bigband macht.