Fallers grosse Liebe

Das fühlt sich nun fast an wie damals bei Rudi Carrell: gestern noch im Buchladen – heute schon gelesen.

Das ist mir in der Tat schon lange nicht mehr passiert, dass mich ein Buch so packt wie Fallers grosse Liebe von Thommie Bayer. Die Bayer´sche Wortkunst kenne und schätze  ich ja schon seit langem und so ganz überrascht mich das daher nicht. Aber trotzdem: irgendwie schade, dass ich es schon gelesen habe.

Vielleicht fange ich nochmals von Vorne an?

Es geht um Faller. Ende Sechzig. Reich. Mitten im Leben. Und logisch: seiner grossen Liebe.

Und um Alexander. Ein, wie Bayer wohl schreiben würde, „gestrandeter“ Mitdreissiger, der so richtig noch nicht angefangen hat zu leben. Sondern lieber in Büchern darüber liest, was das Leben ist. Ist die sichererer aber wohl auch hohlere Variante.

Die beiden fahren gemeinsam durch die deutsche Universitätsstadtlandschaft. Weil Faller viel zu erledigen hat und Alexander einen Führerschein hat. Den Faller nicht mehr hat. Seiner Vorliebe für guten Rotwein „zuliebe“.

Dabei geht es ums Leben. Die Liebe. Um schwule und nicht schwule Friseure. Um Schönheit. Reichtum. Um Autos. Und um Bücher.

Am Ende kommt alles anders als gedacht.

Und ich sitz mit tränennassen Augen auf dem Balkon. Was mir nun schon lange nicht mehr passiert ist. Und sicherlich nichts mit den Resten des Heuschnupfens zu tun hat.