Der VFB und ich

Also nach so einem denkwürdigen Samstagnachmittag mit 7 Toren ist es denke ich an der Zeit ein wenig in meiner VFB-Historie zu „kruschteln“:

VFB-Fan bin ich eigentlich schon immer – und in meinen ganz jungen Jahren hatten es mir vor allem Hansi Müller und Karl-Heinz Förster angetan.

Der „schöne“ Hansi war glaube ich für mich deswegen so toll, weil er eben „schön“ war (und ich mir doch des öfteren Kommentare wie „Kupferdächle“ anhören musste) und weil er so elegant und spielerisch auf dem Spielfeld zugange war.

Bei meiner Heldenreise 2009 war er dann sogar der „Held meiner Kindheit“ – was mich anfangs doch überraschte, aber sich dann doch sehr stimming anfühlte. Während meiner Volunteer-Zeit bei der WM 2006 in Deutschland habe ich übrigens seine Tochter kennengelernt – die war auch als Volunteer unterwegs und eine wirklich sehr Nette !!!

Karl-Heinz Förster war so wie ich auch Verteidiger, aber eben einer mit „Stil“ und wenig gelben und roten Karten. Sein Bruder Bernd Förster war da ein wenig rusikaler, aber zusammen haben sie den Laden immer dicht gehalten.

In meinem Kinderzimmer sah es dann dementsprechend aus: Rot-Weis auf einem grünen Rasen 😉

Da fallen mir jetzt doch noch viele andere Namen aus der Vergangeheit ein: Eike Immel oder Helmut Roleder im Tor (er verlor mitunter seine Kontaktlinsen während dem Spiel, was zu durchaus unnötigen Gegentoren führen konnte), Guido Buchbald in der Abwehr, Helmut Ohlicher oder Karl Allgöwer im Mittelfeld oder Günther Schäfer auf der rechten Außenbahn. Oder der vielleicht beste Spieler, der je beim VFB gespielt hat: Asgeir Sigurvinson – das war noch ein echter Mittelfeld-Regisseur ! Und immer mit heruntergelassenen Stutzen (ja, das war damals noch erlaubt …)

Der Balakov stand ihm natürlich nicht viel nach und zusammen mit dem Giovanne Elber und dem Freddi Bobic waren sie dann ja auch das legendäre magische Dreieck!!!

Ich erinnere mich noch an eine Zeit mit den drei, als der VFB doch tatsächliche 3 oder 4 Spiele hintereinander mit 5:0 gewonnen hat – und immer waren die 3 „Magischen“ daran beteiligt, die Gegner schwindelig zu spielen.

Und im Sturm natürlich Jürgen „Klinsi“ Klinsmann, Walter Kelsch oder in jüngerer Vergangeheit der Kevin Kuranyi oder Mario Gomez (der dann leider lieber auf der Bayern-Bank Platz nahm anstatt in Stuttgart für Furore zu sorgen …)

Mein erstes Spiel im damaligen Neckarstadion war im übrigen ein 3:0 Sieg gegen Bochum – ich war damals vielleicht 10 oder 11. Und im Neckarstadion gab es damals noch kein Dach, fast nur Stehplätze und die Karte für mich hat so ca. 4 Mark gekostet !! Heute ist das ein wenig teuer und in der Mercedes-Benz-Arena sitzt man wesentlich näher dran – die Spiele sind nicht notwenigerweise besser geworden ,-)

Ein Spiel, das ich natürlich nie vergessen werde ist der 3:0 Sieg gegen die Bayern am 14.November 1987 – wir standen damals im Bayernblock und haben so als einzige das famose 2:0 von Klinsi bejubelt – später wurde dieses Fallrückziehertor glaube ich auch „Tor des Jahres“.

Leider waren Siege gegen die Bayern ja lange Zeit quasi unmöglich, aber gerade die letzten Jahre haben da doch einigermaßen entschädigt – das 4:1 vor 2 oder 3 Jahren war „Öl auf die geschundene VFB-Seele“ !!!

Ein weiteres Highlight war sicherlich auch das Rückspiel im UEFA-Cup-Finale 1989 gegen den SSC Neapel mit Diego Maradonna. Damals zusammen mit Bernd Marzian, Stefan Schmid, Frank Glittenberg und Marc und Bernd Häffner. Leider hat es ja nur zu einem 3:3 gereicht (und alle Toren hat der Klinsi geschossen, oder) – und ich weiß noch wie Bernd (M.) schon lange vor Spielende enttäuscht und traurig nach draussen gestürmt ist.

Der vielleicht einmalige Höhepunkt war natürlich die Meisterschaft 2007 – beim letzten Spiel gegen Cottbus war ich ja zusammen mit Papa, Peter und Ralf live dabei und die anschließende Meisterfeier mit Auto-Corso durch die Stadt und Fanta4-Konzert auf dem Schloßplatz werde ich sicherlich immer in Erinnerung behalten.

Lassen wir uns überraschen, wie es mit dem VFB weitergeht – und nicht vergessen: das alles ist nur ein Spiel und nicht wirklich wichtig – und trotzdem oder gerade deswegen immer wieder eine Reise nach Stuttgart wert 😉

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